Das Chemnitzer Unternehmen VibroCut hat den Startup-Award 2024 beim Wettbewerb „Fabrik des Jahres“ gewonnen. Seit über 30 Jahren erhalten erfolgreiche innovative und zukunftsorientierte Unternehmen die renommierte europäische Industrieauszeichnung in verschiedenen Kategorien. Die Wahl des besten Startups erfolgt durch das Publikum – einer hochkarätigen Runde aus Geschäftsführern und führenden Vertretern der Industrie.
VibroCut ist eine Ausgründung aus dem Fraunhofer IWU. Das Team um Geschäftsführer Dr. Oliver Georgi entwickelt fortschrittliche Lösungen für die industrielle Zerspanung. Mit den Systemen VibroCut ultrasonic und VibroCut oscillate setzt das Unternehmen neue Maßstäbe in der Fertigungstechnik. Der Einsatz von Ultraschall- und Oszillationstechnologie steigert die Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Bearbeitungsprozessen.
Schlüsseltechnologie für automatisierte Produktionslinien
VibroCut ultrasonic optimiert Bohren, Tiefbohren und Schleifen durch hochfrequente Überlagerung von Ultraschall. Der sensorüberwachte Prozess stellt sicher, dass konstante Bedingungen vorliegen – für maximale Präzision, reduzierte Bearbeitungskräfte, geringeren Werkzeugverschleiß und deutlich gesteigerte Produktivität. VibroCut oscillate sorgt für kontrollierten Spanbruch und erhöht damit signifikant die Produktivität und Prozesssicherheit. Das ist eine zentrale Voraussetzung für mannlose Fertigung – und somit eine Schlüsseltechnologie für automatisierte Produktionslinien.
Skaleneffekte in der Großserienfertigung
Das Team von VibroCut nutzt gezielt erzeugte Schwingungen im Bereich bis 100 Hz oder im Ultraschallbereich über 16 kHz, um bei Zerspanungsprozessen bestehende Verfahrensgrenzen zu verschieben. In zahlreichen Industrieprojekten konnte es das technische Potenzial der schwingungsunterstützten Zerspanung nachweisen. Beim Einsatz in der mechanischen Teilefertigung lassen sich signifikante Kostenvorteile erreichen. Besonders in der Großserienfertigung sind die Skaleneffekte groß, berichtet das Fraunhofer IWU in einer Pressemitteilung.
Potenziale vor allem in der Automobilindustrie
Insbesondere in der Automobilindustrie kann die schwingungsunterstützte Zerspanung einen Beitrag leisten, die Effizienz bei der Fertigung zahlreicher Teilefamilien zu verbessern. Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler setzt das schwingungsunterstützte Drehen erfolgreich beim Innendrehen in der Radlagerfertigung ein, um die Produktivität weiter zu steigern. Auch die Ultraschallunterstützung realisierte das Unternehmen gemeinsam mit dem Fraunhofer IWU für die Kernbohrungen der Gewinde in den Radlagern.